2021_04_25 Annabelle, Leyla, ...

16. April 2021   Annabelle, Leyla und Sieglinde haben im Pfarrgarten ein  vorübergehendes Zuhause gefunden.

Hinweis zu den Fotos 
Einige der für diesen Beitrag verwendeten Fotos wurden uns von Frau Anja Hilgers, Nachmittagsbetreuerin der Abteischule, zwecks Verwendung in unserer Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung gestellt. Die übrigen wurden von Karl Heinz Ratzel geschossen - oder zumindest mit dessen Fotoapparat.

Der Schulhof der Abteischule ist ja schon recht groß, aber doch zu klein, wenn in Pandemiezeiten Schüler darauf ihre Pausen verbringen sollen. Was tun? Ein Teil der Lösung lautet: Die Schüler dürfen den Pfarrgarten von Pastor Leick mitbenutzen. Er war es auch, der seine Einwilligung dafür gab, dass zumindest bis Herbst Annabelle, Leyla und Sieglinde dort ein vorübergehendes Zuhause gefunden haben. Hoffen wir, dass sie sich da wohlfühlen. Um Missverständnisse zu vermeiden: Bei den vorgenannten Namen handelt es sich um diejenigen von Kartoffelsorten. 

Seit einigen Jahren bemüht sich unser Verein, zusammen mit den Damen und Herren der Nachmittagsbetreuung dem Nachwuchs Spaß am Gärtnern zu vermitteln. Zwei große Hochbeete und eine sehr schöne Kräuterschnecke im Schulgarten sind Belege dafür. Dort jetzt noch Kartoffeln anzubauen, scheitert an den Platzverhältnissen. Wie wär’s also mit dem Pfarrgarten? Weil ein Pfarrfest auch in 2021 nicht stattfinden kann, war es für den Pastor damit ein Leichtes, seine Zustimmung dafür zu geben, dass jetzt Kartoffeln im Pfarrgarten wachsen (sollen).

Für diesen einmaligen und zeitlich befristeten Anlass fertigten Vereinsmitglieder aus recht verzogenen Fichtebrettern drei Holzkisten, die mit einer Höhe von 30 cm kaum als „Hochbeet“ bezeichnet werden dürfen. Damit musste aber wenigstens nicht die Wiese umgegraben werden.


Zugegeben: Als die 2,50 Meter langen und 60 cm breiten Kisten so nebeneinander auf dem Gras standen, fühlte man sich (wieder) in Dreharbeiten für einen Wildwest-Film versetzt. Jede Sekunde musste Django um die Ecke kommen, die Requisiten für seine Duell-Opfer waren ja schon da. Fehlte nur die Filmmusik. Fast dramatisch wurde es, als die Kisten später mit Erde gefüllt waren. Da fühlte man sich sogar auf den angrenzen-den Friedhof versetzt! Django hat offensichtlich gewonnen.

Die sechs Zweitklässler störte das alles nicht. Mit schwerem Gepäck – Schulranzen und 10-Liter-Eimer – traf der Rest der Freitag-Nachmittag-Betreuungsgruppe, zwei Buben und vier Mädchen, unter der Aufsicht von Frau Hilgers und Frau Kiel. im Pfarrgarten ein. „Wo sind die Kartoffeln? Wo müssen die hin?“


Gebremst wurden sie in ihrem Arbeitseifer durch den theoretischen Teil: Warum ist da unten Draht? Warum kommt da ein Vlies drauf? Die Begründung für den Draht – Abwehr von Wühlmäusen – war für sie nachvollziehbar, zumal in unmittelbarer Nähe mehrere Mauslöcher zu finden waren. Die Behauptung aber, das Vlies solle verhindern, dass die Wühlmäuse sehen, was darüber wächst, wollten die Schüler nicht akzeptieren. „Du willst uns veräppeln!“ Damit kein Gras durchwächst, schien ihnen glaubhafter.

Fotos: Hilgers

Der vom Bauhof gelieferte Boden wurde mittels der Eimer in Rekordzeit in die Kisten gekippt.

Fotos oben und unten: Hilgers

Dann kam noch in jede der Kisten eine Ladung Kaninchenmist - "Hasenkacke - iieeh!" Das soll die Lieblingsspeise der Kartoffeln sein?

Auf den Mist wieder Erde, bis die Kisten randvoll gefüllt sind. Dann wird die Erde fest angedrückt; dafür eignen sich sogar leere Eimer.

Foto: Hilgers

Kaum war diese Arbeit beendet, meldete sich ein Mädchen: "Ich habe Durst". Umgehend servierten die Erzieherinnen warmen Apfel-saft (natürlich aus unserer Herbst-Lieferung!), Kaffee, frische Äpfel und selbstgebackenen Kuchen. Pause kann so schön sein!

Gut gestärkt, ging es an den Endspurt und eine hochmoderne und superteure Kartoffel-Setzmaschine kam zum Einsatz. Sie sollte einen gleichmäßigen Abstand zwischen den Kartoffeln gewährleisten. Damit ist natürlich vorsichtig und schonend umzugehen, meinte der OGV-Vorsitzende. „Quatsch! Die ist ganz billig. Die hast Du selbst gebaut!“ Frechheit! Die Damen drehten sich grinsend um. 

Kiste Nummer 1 wird beschriftet - sie wird die Sorte Annabelle aufnehmen.

Mit der „Maschine“ arbeiten, das wollten sie trotzdem alle!


Abwechselnd hielten bzw. hämmerten sie auf die Holzkonstruktion und schufen so die Löcher, in die die Kartoffeln gelegt werden sollten.







Fotos links sowie rechts oben: Hilgers





Vorsicht war geboten, damit keiner der bereits vorhandenen Keime abbrechen konnte.


Foto: Hilgers:
Alle Kartoffeln waren untergebracht; manche Löcher wurden sogar doppelt belegt. Dann noch Erde drauf und gut wässern.

Daumen hoch für eine hoffentlich lehrreiche, auf jeden Fall aber Spaß vermittelnde Aktion! Danke an die Nachmittagsbetreuung sagen auch die drei OGV-Vertreter in der hinteren Reihe: v.ln.r. Georg Gnadlinger, Karl Heinz Ratzel und Hans-Georg Lüers.

Foto: Hilgers

Mit Mail vom 11. Mai ließ uns Frau Hilgers dieses Foto als Zwischenstand zukommen. "Die Kartoffeln wachsen!" Klasse, jetzt dauert es nicht mehr lange und wir können erstmals anhäufeln.

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